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Die schmutzigen Hände

von

Jean-Paul Sartre

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Wir ergreifen die Macht gemeinsam mit den Liberalen und den Konservativen. Keine großen Geschichten, keine Zerstörungen: nationale Einheit.

 

Die Partei hat ein Mittel: den Klassenkampf. Sie wollen sich ihrer für eine Politik innerhalb des kapitalistischen Systems bedienen. Jahrelang werden Sie lügen, lavieren, manövrieren, sich von Kompromiss zu Kompromiss schleppen, die reaktionären Maßnahmen der Regierung, der Sie angehören, verteidigen müssen. Wir werden zu Reformisten und Nationalisten, am Ende wird es ein Leichtes sein, uns zu liquidieren.

 

Der junge Intellektuelle Hugo tritt der kommunistischen Partei bei und wird als Sekretär zu Hoederer geschickt, dem pragmatischen Parteiführer mit dem geheimen Auftrag, ihn zu töten. Hoederer plant ein Bündnis mit bürgerlichen und rechten Kräften, um die Partei an der Macht zu beteiligen, worin die ideologisch reine Fraktion einen Verrat sieht. Hugo, hin- und hergerissen zwischen Auftrag und wachsender Bewunderung für Hoederer, zögert monatelang. Was bedeutet es für einen jungen Menschen, der mit unbedingter Überzeugung in ein System eintritt, dort aber nur noch die Wahl zwischen Anpassung und Selbstzerstörung vorfindet – und keinen Ort mehr, an dem seine Prinzipien tatsächlich etwas bewegen könnten?

Hugo verkörpert eine Haltung, die dem Kompromiss noch etwas entgegensetzen will – und muss erleben, dass der Apparat selbst die reinste Prinzipientreue verwertet und zur Fußnote seiner eigenen Pragmatik macht. Darin liegt die Aktualität: Der Kompromiss ist zum Dauerzustand einer liberalen Politik geworden, die verwaltet statt überwindet. In dieser Alternativlosigkeit erstarkt rechts von ihr ein Autoritarismus, die bekannte Reservelösung des Kapitalismus' im Krisenmodus. Was bleibt, ist die karge Frage, ob Integrität überhaupt noch anders denkbar ist als im Verzicht auf Wirksamkeit und was es junge Menschen kostet, gegen ein System anzutreten, das seine Krisen nicht löst, sondern verwaltet.

Theater Magdeburg

 

​„In einem Raum, der keinen Rückzug kennt, wird Politik zur Intimsache und Moral zur Belastungsprobe.“

Volksstimme, 01.04.2026

 

„Regisseurin Carlotta Salamon inszeniert Sartres Klassiker mit einem überraschend modernen wohltuend frischen Händchen.“

Tag24, 28.03.2026

Regie

Carlotta Salamon

Bühne

Meike Kurella

Spielende

Lorenz Krieger

Isabel Will

Rainer Frank

Laura Fouquet

Michael Ruchter

©2026 Carlotta Salamon

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