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Kasimir
und
Karoline

Oder es geht besser, besser, immer besser...

nach

Ödön von Horváth

Regie

Carlotta Salamon

 
 
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            LIFE IN PLASTIC, IT'S FANTASTIC


''(...) Doch zweifellos werden die Massen eher von dem sozialen Mikro-Kosmos, vom religiösen Genuss des realen Amerikas in Miniaturform und vom perfekten Scenario ihrer eigenen Zwänge und Freuden angezogen. Man parkt draußen, drinnen steht man Schlange und am Ausgang wird man abgeschoben. Die einzige Phantasmagorie in dieser imaginären Welt ist die Phantasmagorie der Zärtlichkeit, einer den Massen innewohnenden Wärme und die des Spielzeugs zur Unterhaltung der Massen, das in mehr als ausreichendem Maß vorhanden ist. (...)

Überall in dieser kindlich tiefgekühlten Welt von Disneyland, bis hin zur Morphologie der Individuen und der Massen, zeichnet sich also das objektive Profil Amerikas ab. Alle Werte sind - durch die Miniatur und den Comic-Strip - bis ins Übertriebene gesteigert, einbalsamiert und friedlich verpackt. (...)

Ein digest des american way of life, eine Lobrede der amerikanischen Werte etc., kurz: idealisierte Übertragungen einer widersprüchlichen Realität.

Das trifft ganz sicher zu, verbirgt jedoch gleichzeitig etwas anderes:

Das 'ideologische' Raster dient nur dazu, eine Simulation dritter Ordnung zuzudecken: Disneyland existiert, um das 'reale' Land, das 'reale' Amerika, das selbst ein Disneyland ist, zu kaschieren. Disneyland wird als Imaginäres hingestellt, um den Anschein zu erwecken, alles Übrige sei real. (...)

Daher die Debilität dieses Imaginären, sein infantiles Degenerieren.

Diese Welt möchte kindlich sein, um den Anschein zu erwecken, die Erwachsenen stünden draußen in der realen Welt.''

Jean Baudrillard, 'Agonie des Realen'

Was Baudrillard 1978 über Disneyland schrieb, lässt sich auch auf Horváths Oktoberfest übertragen. In dieser zugespitzten Miniatur der westlichen Waren- und Konsumwelt sind die beiden Figuren Kasimir und Karoline damit konfrontiert, dass exzessiver Genuss und Eskapismus einem systemischen Imperativ entsprechen und dass Wünsche, Ängste und Begierden nicht Ausdruck eines privaten Innersten sind, sondern von einer sozialen Architektur geformt werden.


Musik: Matthias Flake

   Es spielen:

   Amelie Willberg

   Joshua Hupfauer