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Endstation Sehnsucht

nach

​Tennessee Williams


Regie

Carlotta Salamon

 
 
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EIN BISSCHEN FORTSCHRITT HAT ES DOCH BEREITS GEGEBEN

'...so etwas wie Kunst – wie Poesie und Musik – so etwas wie Erleuchtung ist doch in die Welt gekommen! Bei manchen Menschen gibt es zu zarteren Empfindungen doch Ansätze. Und die müssen wir weiterentwickeln! Und an ihnen festhalten, wie an unserer Fahne!'

Direkt zu Beginn wird die feinfühlige und gebildete Blanche DuBois als Fremdkörper in dem rauhen und ärmlichen Viertel New Orleans, in dem ihre Schwester Stella mit ihrem neuen Ehemann Stanley Kowalski lebt, porträtiert. Stella hat sich von ihr entfremdet und Stanley gebärdet sich von Anfang an butal und primitiv. Die Kommunikation - insbesondere zwischen Stanley und Blanche - ist gestört, die Bedeutung der Begriffe und der kulturellen Zeichen in ihr Gegenteil verkehrt, jedes Wort erhöht die Distanz und Anspannung. Der Raum und seine Regeln haben sich geändert, doch die sensible Blanche, die Literatur und gutes Benehmen so schätzt, kann und will sich nicht integrieren - schließlich handelt es sich nicht um irreduzible Pluralität, sondern um die sukzessive Verrohung und den Verfall humanistischer Werte. Der Horror, den der Ort und die Figuren auf sie ausüben, vermittelt ein scheinbares Machtgefälle, in dem jene ‚Anderen‘ die Kontrolle über die fremde und unterlegene Blanche und deren Geschichte übernehmen.

Doch ist die Machverteilung so wie sie scheint? Ist Blanche Besucherin oder Invasorin? Beschreibt das Stück ein Milieu oder einen Mythos? Gibt es Wahrheit oder nur Macht? Welche Perspektiven sind ermächtigt? Und kann Aufklärung ermächtigen oder im Gegenteil nur unterwerfen und einebnen?


' (...) Andererseits war die Aufklärung seit je ein Mittel der

»großen Regierungskünstler (Konfuzius in China, das Imperium
Romanum, Napoleon, das Papsttum, zur Zeit, wo es der Macht und
nicht nur der Welt sich zugekehrt hatte)... Die Selbsttäuschung der
Menge über diesen Punkt, z. B. in aller Demokratie, ist äußerst
wertvoll: die Verkleinerung und Regierbarkeit der Menschen wird als
'Fortschritt' erstrebt!'

Theodor W. Adorno, 'Dialektik der Aufklärung'  


Es spielen:

​Anna Jörgens

​Leon Tölle

Carl Grübel

Amelie Willberg

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