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Die Sonne
scheint
uns aus
den Augen


Von Vieren,

die auszogen,

die Wahrheit zu finden


​Regie

Carlotta Salamon

 
Macht Kaputt

Macht Kaputt

 
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MACHT KAPUTT WAS EUCH KAPUTT MACHT


''Es ist immer möglich, dass man im Raum eines wilden Aussen die Wahrheit sagt; aber im Wahren ist man nur, wenn man den Regeln einer diskursiven «Polizei» gehorcht, die man in jedem seiner Diskurse reaktivieren muss. ''

Michel Foucault, 'Die Ordnung des Diskurses'

Ob nun Kopernikus, Galilei oder Darwin – sie alle bezeugen beispielhaft, dass Wahrheit eine soziale Konstruktion von Institutionen in historischen Kontexten zu sein scheint und verbinden sich durch ihre kritische Hinterfragung der Wirklichkeit und  einer durch Macht definierten Wahrheit.

Die kritische Auseinandersetzung mit der sozialen Wirklichkeit und ihrer Machtverhältnisse bildet seit jeher den Mittelpunkt der linken Theorie – umso tragischer ist es nun, dass gerade der oben zitierte Satz Foucaults im Kontext von KlimawandelleugnerInnen oder einer Hygiene-Demonstration vorstellbar wird. Verknappt und vulgarisiert wird Foucaults Diskursanalyse anschlussfähig für Verschwörungstheorien und Postfaktizität – oder auch: für die rechte Résistance, der neuen Minderheit im 'wilden Außen', die sich gegen die Repressionen der linke Hegemonie verteidigen muss.

Die linke Tradition der Hinterfragung wurde von rechter Seite vereinnahmt, instrumentalisiert und pervertiert. Doch worin genau liegt diese Perversion?

Die auf den ersten Blick scheinbar leicht zu beantwortende Frage durch das Heranziehen einiger der vielzähligen abstrusen Theorien, wie der 'Die-Erde-ist-eine-Scheibe-Theorie' oder die der Echsenmenschen, erweist sich doch als komplexer, wenn man bedenkt, dass viele unserer sichersten Erkenntnisse nicht aus eigener Überprüfung resultieren, sondern auf Vertrauen in bestimmte Institutionen beruhen und dieses Vertrauen durch aufgedeckte politische Verschwörungen erschüttert wurde und wird.

Wann ist dieses Vertrauen nun gerechtfertigt, ja sogar notwendig, und wann nicht, sondern naiv bis gefährlich? Was ist produktives Misstrauen und was Paranoia? Wie entstand die massenhafte Infragestellung der Realität und Inanspruchnahme der verborgenen Wahrheit?  Gibt es ein Elend der Kritik und wenn ja, wie kann dieses überwunden werden?


Eine Genealogie des kritischen Denkens von der Aufklärung  bis zur gegenwärtigen Krise der Kritik in Wort, Ton und Bild.



Mit Texten von Michel Foucault, Bruno Latour, Luc Boltanski, Platon

 und natürlich Liedern von Ton, Steine, Scherben.

Regie/Text/Musik: Matthias Flake, Carlotta Salamon


Es spielen:

Lea Taake

Carl Grübel

Amelie Willberg

Joshua Hupfauer